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Private Krankenversicherung für Selbstständige: Wann sie sich lohnt

Als Selbstständiger haben Sie die freie Wahl, und damit auch die volle Verantwortung. Was bei der Entscheidung zwischen gesetzlich und privat wirklich zählt.

Wer sich selbstständig macht, trifft viele Entscheidungen allein, und die Krankenversicherung ist eine der folgenreichsten. Anders als Angestellte sind Sie an keine Einkommensgrenze gebunden: Sie dürfen frei zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung wählen. Diese Freiheit ist ein Geschenk und eine Last zugleich, denn die Entscheidung wirkt oft über Jahrzehnte. Ich möchte Ihnen helfen, sie mit offenen Augen zu treffen.

Ihre Ausgangslage: freie Wahl

Als Selbstständiger sind Sie in der Regel versicherungsfrei. Das bedeutet: Die Versicherungspflichtgrenze, die für Angestellte gilt, spielt für Sie keine Rolle. Sie können sich freiwillig gesetzlich versichern oder in die private Krankenversicherung gehen, unabhängig davon, ob Sie im ersten Jahr viel oder wenig verdienen.

Genau deshalb ist die Entscheidung so wichtig. Sie wählen nicht nur einen Anbieter, sondern ein ganzes System mit eigener Logik. Und ein späterer Rückweg aus der PKV in die gesetzliche Kasse ist als Selbstständiger nur unter engen Bedingungen möglich. Wer einmal drin ist, bleibt es meist.

Gesetzlich versichert: nach Einkommen, mit Familienvorteil

Die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung rechnet nach Ihrem Einkommen, bis zu einer Obergrenze, der Beitragsbemessungsgrenze, die 2026 bei 69.750 Euro im Jahr liegt. Verdienen Sie wenig, zahlen Sie weniger, allerdings mindestens einen Beitrag auf ein fiktives Mindesteinkommen. Verdienen Sie sehr gut, zahlen Sie den Höchstbeitrag.

Der größte Vorteil der gesetzlichen Kasse für viele Selbstständige ist die Familienversicherung: Ehepartner ohne eigenes Einkommen und Kinder sind beitragsfrei mitversichert. Wer Familie hat und ein eher schwankendes Einkommen, findet hier oft die ruhigere Lösung.

Privat versichert: nach Leistung, mit eigenem Beitrag pro Person

In der PKV richtet sich Ihr Beitrag nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem gewählten Leistungsumfang, Ihrem Eintrittsalter und Ihrem Gesundheitszustand bei Abschluss. Für junge, gesunde und gut verdienende Selbstständige ohne mitzuversichernde Familie ist das oft attraktiv: Sie bekommen einen umfangreichen Schutz zu einem Beitrag, der nicht mit dem Einkommen mitwächst.

Der entscheidende Unterschied: Eine beitragsfreie Familienversicherung gibt es in der PKV nicht. Jede Person, auch jedes Kind, braucht einen eigenen Vertrag mit eigenem Beitrag. Bei einer Familie kann sich das Verhältnis deshalb umkehren. Was für den Single ein klarer Vorteil ist, will bei vier Personen genau gerechnet sein.

Der Kern: Gesetzlich heißt Beitrag nach Einkommen plus beitragsfreie Familienversicherung. Privat heißt Beitrag nach Leistung und Risiko, dafür eigener Vertrag für jede Person. Welches System günstiger ist, entscheidet Ihre konkrete Lebenssituation, nicht eine pauschale Regel.

Was ich Selbstständigen ehrlich mitgebe

Drei Dinge übersehen viele bei der Begeisterung über einen niedrigen PKV-Einstiegsbeitrag:

  • Der Beitrag im Alter. Auch in der PKV steigt der Beitrag über die Jahre. Ein guter Tarif baut dafür eine Alterungsrückstellung auf. Achten Sie nicht nur auf heute, sondern auf die Stabilität über Jahrzehnte.
  • Krankentagegeld. Als Selbstständiger bekommen Sie keine Lohnfortzahlung. Fällt das Einkommen bei Krankheit aus, müssen die laufenden Kosten trotzdem weiterlaufen. Ein passendes Krankentagegeld gehört für mich zur Pflicht, gesetzlich wie privat.
  • Schwankendes Einkommen. In mageren Jahren kann ein einkommensunabhängiger PKV-Beitrag entlasten, in der gesetzlichen Kasse sinkt der Beitrag dagegen mit dem Einkommen. Beides hat seine Berechtigung, je nachdem wie verlässlich Ihr Einkommen ist.

Mein Fazit: Es gibt für Selbstständige kein "besser" von der Stange. Es gibt nur das, was zu Ihrem Alter, Ihrer Gesundheit, Ihrem Einkommen und Ihrer Familie passt. Ich bin unabhängiger Versicherungsmakler nach §34d GewO und an keinen Versicherer gebunden. Ich rechne beide Wege ehrlich gegeneinander und sage Ihnen auch, wenn die gesetzliche Kasse für Sie die klügere Wahl ist.

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Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall. Rechtsstand Juli 2026.